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Donna

Anstelle eines Nachrufes, ein Artikel  zum Thema "Liebe zu Tieren" für das Heft des Frauendienstes der SELK

"Meine liebe Freundin Donna,

schön, dass es dich gibt!! Weißt Du eigentlich, dass mir viele Menschen schon gesagt haben, dass Du ein ganz besonderer Hund bist? Ich habe das nie bestritten, auch wenn es mir erst im Laufe der Jahre immer deutlicher wurde.

Als du klein warst, hast du mich schon ganz schön genervt. Du warst übermütig, stürmisch, bist an den Leuten hochgesprungen und manche hatten Angst vor Dir. Ich habe mich auch ganz schön mit dir blamiert. Vor Scham wäre ich am liebsten im Boden versunken, als du zu den kleinen Kinder in der Wohnsiedlung hingestürmt bist und, weil die Haustür aufstand, auch gleich neugierig ins Haus gerannt bist. Die Leute hatten schon allen Grund sauer zu sein. Sie kannten dich ja nicht. Auch das mit Opas Hut hätte nicht sein müssen. Wenn er schon einmal einhütet, damit ich mit dem Herrchen zwei Tage verreisen kann, musst du nicht seinen Hut zerkleinern – und das auch noch auf dem Ehebett. Auf so dumme Gedanken bist du doch sonst nicht gekommen!

Aber vielleicht war das ja auch nötig, denn so habe ich mich nach einer guten Hundeschule umhören müssen. Ich muss dir also für deine „Schandtaten“ sogar dankbar sein, denn wer weiß, wie mein Leben sonst verlaufen wäre.

Die Zeit bei Bea, unserer Lehrerin, war eine gute Zeit, zumal sie mir in vielen Dingen die Augen geöffnet hat, damit ich dich besser verstehen kann und auch ein wenig gerechter wurde im Umgang mit dir. Du warst schon manchmal ganz schön eigensinnig. Mit dem „Bei – Fuß“ gehen hast du uns beide an den Rand der Verzweiflung gebracht. Ständig hast du wieder gezogen, du temperamentvolles Bündel. So kann ich heute meine Kunden verstehen, wenn es Ihnen genauso geht und sie Geduld aufbringen müssen.

Wie schön, dass auch Ayko in der Hundeschule Hundemanieren bekommen sollte. So haben wir dort über euch beide unsere lieben Freunde kennen gelernt, du weist schon wenn ich meine! Überhaupt haben wir durch unsere Spaziergänge viele nette Menschen und Hunde getroffen, nicht wahr? Ja, mit euch Vierbeinern bekommt man eben schnell Kontakt. Und der Gesundheit dienen die Spaziergänge selbstredend. Weißt du noch, wann ich meine letzte Grippe hatte? Ich auch nicht.

Weißt du, Donna, manchmal wurde ich aus dir nicht klug. Einerseits bist du fast distanzlos freundlich, vor allem wenn du gestreichelt werden willst, oder die Leckerchen mittels Hypnose aus den Taschen der Leute in dein Maul fliegen lässt. Andererseits bist du dennoch irgendwie stets unabhängig geblieben. Du hast immer selbst bestimmt auf wen du dich einlässt und wie intensiv. Ich musste das erst verstehen und vor allem akzeptieren lernen. Das ist eine Eigenart, an der ich zu knabbern hatte. Doch war es letztlich genau diese Eigenschaft, die mich bewog die Ausbildung zum TT.E.A.M. bzw TTouch Lehrer zu machen. Ich wollte eine noch intensivere Beziehung zu Dir haben, dich noch besser kennen lernen. Das ist uns beiden gelungen. Über intensive, besondere Berührungen des Körpers die Psyche beeinflussen zu können, eröffnete mir ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation. Auch die Seminare Erziehung über Handzeichen und viele andere Seminare über alternative Erziehungsmethoden, die wir zusammen besucht haben, haben unser Verständnis füreinander sehr wachsen lassen.

So wurdest du meine erste, beste und treueste Assistentin in meiner Hundeschule. Wo ich ängstliche Hunde nicht mehr erreichen konnte, gabst du ihnen Sicherheit und Beistand. Du liefst vor ihnen an der Straße her, wenn sie Angst vor Autos hatten, du nahmst freundlich Kontakt auf, wenn sie ängstlich auf den Übungsplatz kamen, du hast aber auch den kleinen Welpen gezeigt, wo es langging, wenn sie zu übermütig wurden – zumindest als du jünger warst. Heute darfst du dich von den Welpen zurückziehen, wenn sie dich nerven.

Das Meisterstück der Erziehung hast du aber bei Carlos geschafft. Einen Hund, der doppelt so groß ist wie du, so zu erziehen, dass er vorsichtig mit dir spielt und es für ihn die größte Belohnung ist, wenn er mit dir spielen darf, das soll dir mal erst einer nachmachen. Nur das Jagen hättest du ihm nicht wirklich beibringen müssen. Das nehme ich dir fast ein wenig übel. Aber ich bin ja auch mit Schuld daran. Ich hätte ihn eben schon früher an die Leine nehmen müssen. Mit fünf Monaten fangen eben kleine Hunde sehr wohl schon an zu jagen. Und für die Rehe, die nach der Wegbiegung plötzlich vor euch standen, kannst du ja nichts.

Meine Süße, wenn du nicht so eine überaus liebe Menschenfreundin wärst und sogar einem Gemeindeglied mit über 60 Jahren die Angst vor Hunden genommen hättest, wer weiß, ob ich das Projekt Besuchsdienst im Altenheim überhaupt angefangen hätte. Du bringst den Menschen soviel Liebe und Freundlichkeit entgegen und so viel Freude in ihr Leben. Ich merke, wie sehr viele Menschen doch Tiere brauchen, um glücklich zu sein. Und im Altenheim dürfen sie keine Tiere mehr halten. Viele sind traurig darüber und erzählen uns gerne von ihren Hunden, die sie früher gehabt haben. Manche können auch gar nichts mehr erzählen und lachen laut, wenn sie dich sehen oder strahlen stumm mit leuchtenden Augen. Wie gut dass wir inzwischen Besuchsdienste für drei Altenheime aufgebaut haben. Da haben viele alte Menschen wenigstens einmal in der Woche die Möglichkeit, wieder Hunde zu streicheln.

Aber manchmal machst du mir auch große Sorgen. Diese blöden Zecken! Du hast unter der Borreliose wirklich sehr zu leiden gehabt. Diesmal konnte kein Tierarzt dir helfen, die Antibiotika schlugen nicht an. So haben wir auch die Arbeit von Heilpraktikern kennen und schätzen gelernt. Nur die Artrose, die du seit der Krankheit hast, macht dir immer wieder zu schaffen. Gut, die Akupunktur hat Dir geholfen und Dir sichtlich gut getan. Die wurdest viel munterer und hattest Spaß mit den anderen Hunden in den Hundegruppen zu spielen. Aber dann bekamst Du Probleme mit dem Nadeln und wolltest das nicht mehr. Ich habe das akzeptiert. So lernten wir auch die klassische Homöopathie kennen und schätzen. Dein Fell hat wieder den Glanz früherer Zeiten und die Abwehrkräfte sind so gut, dass Du die Borrelien inaktiv blieben und Du keine nennenswerte Krankheit bekamst. Manche Tage hüpfst Du herum wie ein junger Hund. Carlos freut sich besonders, wenn du ihn zum Spielen aufforderst. Du bist und bleibst seine liebste Gefährtin.

Wir hoffen, dass du noch lange viel Freude am Leben hast. Ich möchte alles dafür tun. Mit 12 Jahren bist du leider nicht mehr die Jüngste, sondern schon eine Seniorin.

Ich verdränge den Gedanken, dass du einmal gehen musst. Das wird sehr schwer und schon bei dem Gedanken daran kommen mir die Tränen. Aber es ist wundervoll dich bei uns zu haben und ich danke unserem Schöpfer, dass wir in unserm Miteinander ein Stückchen Paradies erleben durften. Ich durfte dich begleiten, von dir lernen, mich von deiner Persönlichkeit beeindrucken und beeinflussen lassen und gemeinsam haben wir vielen Menschen und Tieren geholfen.

Am meisten habe ich aber Staunen gelernt über die Größe der Schöpfung unseres Gottes, der auch den Tieren eine Persönlichkeit gegeben hat, die sich freut, die leidet, sich mitteilt und, wie der Apostel Paulus schreibt, sich mit uns nach der Erlösung sehnt.

Schön, das mit dir erleben zu dürfen!!!


Nachtrag: Donna wurde 15 Jahre und 5 Monate alt. Wenige Monate nach diesem Artikel erlitt sie einen Schlaganfall, der sie eine Woche lang an ihr Lager fesselte. Mit der ihr eigenen Willenskraft, unterstützt durch Medikamente, Bachblüten, Homöopathie, Reiki, TTouch und nicht zuletzt vielen Gebeten, selbstlosem Einsatz lieber Freundinnen und guten Gedanken vieler Menschen erholte sie sich unglaublich gut und genoss ihren Lebensabend. Sooft sie wollte, nahm sie an den Hundegruppen teil und begleitete mich auf Spaziergängen in ihren geliebten Wald wobei sie Geschwindigkeit und Länge bestimmte und wenn sie nicht wollte, brauchte sie nicht mitzugehen. Sie führte ein ausgesprochen selbstbestimmtes Leben. So bestimmte sie auch selbst den Zeitpunkt, ihres Sterbens. Ich lernte von ihr was es heißt, sich nicht hängen zu lassen, nicht aufzugeben und das Leben bis zuletzt zu genießen und zu gestalten, gemäß ihrem Motto: sehen, was geht. Ich lernte von ihr, dass Alter, Schmerzen und Rückschläge kein Grund sein müssen, das Leben frühzeitig zu beenden. Als ich eines Morgens, in einer Zeit, als ich spürte, dass es mit ihr zu Ende gehen würde, diesen Gedanken hegte, kam von ihr aus das klare Signal: nein Frauchen, heute nicht, ich bestimme mein Ende selbst. Dann ging sie in den Garten und freute sich über die Sonne, ein Lachen auf dem Gesicht.

Am Morgen des 8. September 2008 kam sie nicht mehr auf die Beine. Ich gab ihr Bachblüten und sagte ihr, sie solle sich ausruhen. Sie schlief daraufhin ein und die Seele begann sich vom geschundenen Körper zu lösen. Sie starb einen Tag lang. Ich war immer in ihrer Nähe, bereit ihr zu helfen, wenn sie Hilfe bräuchte. Am Ende des Tages, war sie schon gegangen. Nur das Herz schlug noch ruhig. Eine liebe Tierärztin half, auch das Herz zur Ruhe zu bringen.

Ihr Körper ruht neben der Spielwiese, wo sie noch immer in unserer Nähe ist und uns aus der anderen Welt bei unseren Aktivitäten begleitet...

 



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